Certificate of Good Standing vs. Handelsregisterauszug

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Certificate of Good Standing vs. Handelsregisterauszug: Der entscheidende Unterschied für Ihr US-Geschäft

US-Geschäftspartner verlangen ein Certificate of Good Standing – doch ein übersetzter Handelsregisterauszug reicht nicht aus. Deutsche Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ein Dokument vorzulegen, das es in dieser Form in Deutschland nicht gibt. Die Lösung: Eine kombinierte Dokumentation mit beglaubigter Übersetzung, die beide Rechtssysteme verbindet und von US-Behörden anerkannt wird.

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Warum ein übersetzter Handelsregisterauszug nicht ausreicht

Das US-amerikanische Certificate of Good Standing und der deutsche Handelsregisterauszug entstammen fundamental verschiedenen Rechtssystemen. Während das US-Dokument eine aktive Compliance-Bestätigung darstellt – Steuern gezahlt, Berichte eingereicht, Unternehmen aktiv –, zeigt der Handelsregisterauszug lediglich statische Registrierungsdaten. Eine direkte Übersetzung kann diese konzeptionelle Lücke nicht schließen. Deutsche Unternehmen benötigen daher eine strategische Kombination aus Handelsregisterauszug, steuerlichen Bescheinigungen und einem erläuternden Begleitschreiben – alles beglaubigt übersetzt nach ISO 17100.

Der fundamentale Unterschied zwischen beiden Dokumenten

Der Kern des Problems liegt in den unterschiedlichen Rechtstraditionen: Das US-amerikanische Common Law und das deutsche Civil Law haben grundlegend verschiedene Ansätze zur Dokumentation von Unternehmensstatus entwickelt.

Certificate of Good Standing (USA)

Aktive Compliance-Bestätigung: Das Unternehmen hat alle Verpflichtungen erfüllt – Steuern gezahlt, Jahresberichte eingereicht, keine Auflösungsverfahren. Wird vom Secretary of State des jeweiligen Bundesstaates ausgestellt.

Handelsregisterauszug (Deutschland)

Statische Registrierungsdaten: Zeigt Firmenname, Sitz, Vertretungsberechtigte, Stammkapital und Unternehmenszweck. Enthält keine Aussagen zu Steuerstatus oder laufender Compliance.

Die Konsequenz

Eine reine Übersetzung des Handelsregisterauszugs – selbst wenn fachlich einwandfrei – beantwortet nicht die Fragen, die ein US-Partner mit dem Good Standing stellt.

Gemäß dem Delaware General Corporation Law und vergleichbaren Regelungen anderer US-Bundesstaaten bestätigt ein Certificate of Good Standing, dass ein Unternehmen zur Geschäftstätigkeit im jeweiligen Staat berechtigt ist. Diese Berechtigung setzt die Erfüllung aller steuerlichen und regulatorischen Pflichten voraus – Informationen, die der deutsche Handelsregisterauszug schlicht nicht enthält.

Praxishinweis für Legal-Teams

Wenn Ihr US-Geschäftspartner ein Certificate of Good Standing verlangt, fragen Sie konkret nach: Welche Informationen benötigen Sie? Für welchen Zweck? Oft lässt sich mit einer professionell aufbereiteten Dokumentation eine Lösung finden, die beide Seiten akzeptieren.

Was ein Certificate of Good Standing wirklich nachweist

Um die richtige Dokumentation für Ihre US-Geschäfte zusammenzustellen, müssen Sie verstehen, welche konkreten Aussagen ein Certificate of Good Standing trifft. US-Partner verlangen dieses Dokument nicht aus Formalismus, sondern weil es spezifische Risiken adressiert.

  • Aktuelle Steuerzahlungen: Das Unternehmen hat alle fälligen Franchise Taxes an den Bundesstaat entrichtet.
  • Eingereichte Jahresberichte: Alle erforderlichen Annual Reports wurden fristgerecht beim Secretary of State eingereicht.
  • Keine Auflösungsverfahren: Gegen das Unternehmen läuft kein administratives oder gerichtliches Auflösungsverfahren.
  • Aktiver Unternehmensstatus: Das Unternehmen ist berechtigt, im jeweiligen Bundesstaat Geschäfte zu tätigen.
  • Registrierter Agent: Das Unternehmen unterhält einen Registered Agent für die Zustellung offizieller Dokumente.

Ein wichtiger Aspekt für zeitkritische Transaktionen: Certificates of Good Standing haben typischerweise eine Gültigkeit von nur 30 bis 90 Tagen. US-Banken und Geschäftspartner verlangen daher regelmäßig aktuelle Dokumente – ein Umstand, den Sie bei der Planung Ihrer US-Aktivitäten berücksichtigen sollten.

Deutsche Äquivalente und ihre Grenzen

Deutschland kennt kein direktes Äquivalent zum Certificate of Good Standing. Verschiedene deutsche Dokumente decken jedoch Teilaspekte ab, die in Kombination den Informationsbedarf Ihrer US-Partner erfüllen können.

Handelsregisterauszug

Zeigt: Unternehmensexistenz, Rechtsform, Vertretungsbefugnis, Stammkapital
Zeigt nicht: Steuerstatus, Compliance, aktive Geschäftsfähigkeit

Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung

Zeigt: Keine Steuerrückstände beim Finanzamt
Zeigt nicht: Unternehmensstruktur, Handelsregisterstatus

Bescheinigung der Berufsgenossenschaft

Zeigt: Erfüllung der Sozialversicherungspflichten
Zeigt nicht: Steuer- oder Handelsregisterstatus

Die rechtliche Grundlage dieser Dokumente ergibt sich aus dem Handelsgesetzbuch (HGB) für den Handelsregisterauszug, der Abgabenordnung (AO) für steuerliche Bescheinigungen und dem Sozialgesetzbuch (SGB) für Berufsgenossenschaftsbescheinigungen. Keine dieser Rechtsquellen sieht ein kombiniertes Dokument vor, das alle Aspekte eines Good Standing abdeckt.

Häufig benötigte Dokumente für US-Geschäfte

Handelsregisterauszug

Basis für jeden Good Standing Nachweis – zeigt Unternehmensexistenz und Vertretung

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Gesellschaftsvertrag

Für Nachweis der Unternehmensstruktur bei LLC oder Corporation Gründungen

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Jahresabschluss

Bei Finanzierungen, Joint Ventures und strategischen Partnerschaften erforderlich

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Die Lösung: Kombinierte Dokumentation für US-Anforderungen

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Strategie können deutsche Unternehmen die Anforderungen ihrer US-Partner erfüllen – ohne ein nicht existierendes deutsches Certificate of Good Standing erfinden zu müssen. Die Lösung liegt in einer professionell aufbereiteten Dokumentenkombination.

  • Aktueller Handelsregisterauszug: Nachweis der Unternehmensexistenz und Vertretungsbefugnis – beglaubigt übersetzt nach ISO 17100
  • Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung: Bestätigung des Finanzamts über fehlende Steuerrückstände – ergänzt den Compliance-Nachweis
  • Erläuterndes Begleitschreiben: Cover Letter mit Erklärung des deutschen Rechtssystems für US-Empfänger
  • Optional: Legal Opinion: Anwaltliche Stellungnahme zur Äquivalenz der deutschen Dokumente
  • Apostille: Internationale Beglaubigung gemäß Haager Apostille-Übereinkommen für die Anerkennung in den USA

Empfehlung für komplexe Transaktionen

Bei M&A-Transaktionen, Bankfinanzierungen oder behördlichen Genehmigungsverfahren in den USA empfehlen wir zusätzlich ein Legal Opinion durch einen deutschen Rechtsanwalt. Dieses Dokument erklärt US-Juristen verbindlich, warum die vorgelegten deutschen Dokumente den Anforderungen eines Certificate of Good Standing entsprechen.

Alle Dokumente müssen von gerichtlich vereidigten Übersetzern nach ISO 17100 übersetzt werden. Nur so erfüllen Sie die Anforderungen von US-Gerichten, Behörden und Finanzinstituten. Die Apostille erhalten Sie beim zuständigen Landgericht – sie bestätigt die Echtheit der deutschen Dokumente für den internationalen Rechtsverkehr.

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So erhalten Sie die richtigen Dokumente

Der folgende Prozess hat sich in der Praxis bewährt. Je nach Dringlichkeit Ihrer US-Transaktion können Sie Express-Optionen nutzen, um die Bearbeitungszeit zu verkürzen.

1

Aktuellen Handelsregisterauszug anfordern

Fordern Sie einen aktuellen beglaubigten Ausdruck beim zuständigen Amtsgericht oder elektronisch über das Unternehmensregister an. Für US-Transaktionen sollte der Auszug nicht älter als 30 Tage sein.

2

Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Finanzamt

Beantragen Sie eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung bei Ihrem zuständigen Finanzamt. Die Bearbeitungszeit beträgt typischerweise 1-2 Wochen.

3

Optional: Legal Opinion durch deutschen Anwalt

Für komplexe Transaktionen: Ein deutsches Anwaltsbüro mit US-Erfahrung erstellt eine Stellungnahme zur Äquivalenz Ihrer Dokumentation.

4

Beglaubigte Übersetzung aller Dokumente

Gerichtlich vereidigte Fachübersetzer übersetzen alle Dokumente nach ISO 17100. Bei Juristra erhalten Sie Ihren Kostenvoranschlag innerhalb weniger Minuten.

5

Apostille beim zuständigen Landgericht

Die Apostille bestätigt die Echtheit Ihrer deutschen Dokumente für die USA. Beantragung beim Landgericht, das für den Sitz Ihres Unternehmens zuständig ist.

Zeitplanung für US-Transaktionen

Planen Sie für den gesamten Prozess mindestens 2-3 Wochen ein. Bei Express-Bedarf können wir die Übersetzung innerhalb von 24-48 Stunden liefern. Die Apostille-Beantragung lässt sich durch persönliche Vorsprache beim Landgericht beschleunigen.

Häufige Fragen

Kann ich einfach „Certificate of Good Standing" auf meinen Handelsregisterauszug schreiben lassen?

Nein, das wäre irreführend und potenziell rechtlich problematisch. Ein Certificate of Good Standing ist ein spezifisches US-Dokument mit definierten Inhalten. Die professionelle Lösung: Ihr Handelsregisterauszug wird korrekt als solcher übersetzt, ergänzt durch ein erläuterndes Cover Letter, das US-Empfängern die Äquivalenz erklärt. Gerichtlich vereidigte Übersetzer kennen diese Anforderungen und beraten Sie entsprechend.

Akzeptieren alle US-Bundesstaaten deutsche Dokumente gleich?

Nein, die Anforderungen variieren erheblich. Delaware und New York zeigen sich erfahrungsgemäß flexibler bei der Akzeptanz ausländischer Dokumentation. Kalifornien stellt oft strengere Anforderungen, insbesondere bei behördlichen Genehmigungen. Wir empfehlen, vor wichtigen Transaktionen die spezifischen Anforderungen des Zielbundesstaates zu klären – idealerweise durch Ihren US-Rechtsberater oder direkt bei der zuständigen Behörde.

Wie lange ist die übersetzte Dokumentation gültig?

Die Übersetzung selbst hat keine Verfallsfrist – sie bleibt gültig, solange das Originaldokument aktuell ist. Der Handelsregisterauszug wird von US-Partnern typischerweise akzeptiert, wenn er nicht älter als 3-6 Monate ist. US-Banken verlangen oft Dokumente, die nicht älter als 30 Tage sind. Planen Sie daher den Zeitpunkt Ihrer Dokumentenbeschaffung entsprechend Ihrer Transaktion.

Benötige ich für jede US-Transaktion neue Dokumente?

Das hängt von Ihrem Geschäftspartner ab. Banken und Finanzinstitute verlangen typischerweise Dokumente, die nicht älter als 30 Tage sind. Für Vertragsabschlüsse mit Unternehmen reichen meist Dokumente aus den letzten 3-6 Monaten. Bei regelmäßigen US-Geschäften empfiehlt sich ein Prozess zur quartalsweisen Aktualisierung Ihrer Dokumentation.

Was kostet das komplette Dokumentenpaket?

Die beglaubigte Übersetzung eines Handelsregisterauszugs beginnt bei 89 Euro. Ein Legal Opinion durch eine deutsche Kanzlei kostet typischerweise 500-1.500 Euro. Die Apostille beim Landgericht schlägt mit etwa 45 Euro zu Buche. Für ein vollständiges Dokumentenpaket inklusive Übersetzung, Apostille und optionalem Legal Opinion sollten Sie mit 800-2.000 Euro rechnen – abhängig vom Umfang und der Komplexität Ihrer Transaktion.

Weitere relevante Dokumente für US-Geschäfte

Gesellschaftsvertrag

Erforderlich bei Gründung einer US-Tochtergesellschaft oder Joint Venture. Zeigt US-Partnern Ihre Unternehmensstruktur und Entscheidungsprozesse.

Vollmacht

Unverzichtbar, wenn Sie einen US-Vertreter bevollmächtigen – für Vertragsunterzeichnungen, Bankgeschäfte oder behördliche Angelegenheiten.

Finanzdokumente

Für US-Kreditlinien, Investorenverhandlungen oder Due Diligence Prozesse bei M&A-Transaktionen.

Lars Thomsen
Verfasst von
Lars Thomsen Juristra | Januar 2026
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